„OmasBrot“ überzeugen im Konzert mit Humor und Spielfreude

Machen Demos, Friedenstauben und Flugblätter in der heutigen Zeit eigentlich noch Sinn? Nach dem eindrucksvollen Konzert von „OmasBrot“ in der Fabrik K 14 kann die Antwort nur lauten: Unbedingt! Mit viel Selbstironie und großer Spielfreude bewies die Band, dass auch im Jahr 2014 politisches Engagement unterhaltsam sein kann. Dabei war der Anlass durchaus ernster Natur.

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Unter dem Titel „75 Jahre später – ein Abend für den Frieden“ erinnerten die Veranstalter an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939. Das roch nach Betroffenheitslyrik und Gewerkschafts-Parolen, doch „OmasBrot“ ging die Sache anders an. Statt pädagogischem Zeigefinger gab es groovende Westcoast-Klänge, statt revolutionärer Sprüche ertönten jazzig angehauchte Rhythmen.
Schon beim 1. Song bezog sich sich die Formation augenzwinkernd auf ihre eigenen Erfahrungen. Demonstrieren gegen den Krieg? Natürlich, aber bitte nur im Sommer und bei schönem Wetter. Dazu wurde der Klassiker „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd eingestreut. Beim Titel „Das verbotene Wort“, der politische Zensur und Verfolgung thematisiert, bestach die Band durch nachdenkliche und leise Töne.

Auffällig waren an diesem Abend die in deutscher Sprache gehaltenen Texte. Sie thematisierten den Luxus unserer Wohlstandsgesellschaft, Kinderarbeit oder auch das Schicksal der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Musikalisch bestach die Band durch eine ungewohnt große Bandbreite. Egal, ob Folk, Jazzrhythmen oder Melodien à la Neil Young: Omas Brot beherrschte alle Stile souverän. Als ein Lied über die USA angestimmt wurde, zitierte Markus Kaiser an der E-Gitarre mal kurz die amerikanische Nationalhymne. Beim Song „Herrlich weit“ überzeugten Manuela Kaiser (E-Piano), Angelika Hülsmann (Gesang) und Rainer Schulz (Gitarre) durch vielstimmigen Gesang.

Fazit: „OmasBrot“ besticht durch gute Texte, jede Menge Spielwitz und lässt sich musikalisch in keine Schublade packen. Wer Lust hat auf das etwas andere Konzert, der ist bei der vierköpfigen Band aus Oberhausen bestens aufgehoben. Das Publikum in der Fabrik K 14 fühlte sich jedenfalls hervorragend unterhalten und bedankte sich mit stürmischem Applaus.

Mark Bernet